Wenn es etwas gibt
Was du haben kannst für Geld
Dann nimm dir das Geld
Wenn einer vorüber geht und hat Geld
Schlage ihn auf den Kopf
Und nimm dir sein Geld
Du darfst es.
Willst du wohnen in einem Haus?
Gehe in ein Haus
Lege dich in ein Bett
Wenn die Frau herein kommt
Beherberge sie.
Wenn das Dach durchbricht, gehe weg.
Du darfst es.
Wenn es einen Gedanken gibt
De du nicht kennst
Denke den Gedanken
Kostet er dich Geld
Verlangt er dein Haus
Denke ihn, denke ihn.
Du darfst es.
Im Interesse der Ordnung
Zum Besten des Staates
Für die Zukunf der Menschheit
Zu deinem eigenem Wohlbefinden
Darfst du. [1927]
Blasfêmia
Se há alguma coisa
Que você pode ter por dinheiro
Tome então o dinheiro
Se alguém passar e tiver dinheiro
Bata-lhe na cabeça
E tome seu dinheiro
Isso você pode.
Você deseja morar numa casa?
Entre numa casa
E deite-se na cama
Se a mulher entrar
Abrigue-a.
Se o telhado desabar, dê o fora.
Isso você pode.
Se há um pensamento
Que você não conhece
Pense o pensamento
Se lhe custar dinheiro
Exigir sua casa
Pense-o, pense-o.
Isso você pode.
No interesse da ordem
Pro bem do Estado
Pelo futuro da humanidade
Pro seu próprio bem-estar
Você pode.
Ich höre gern meine Rechte aufzählen
Es ist mein Recht
Genug zu essen zu haben
(Mir mein Essen zu nehmen, ist nicht mein Recht)
Es ist ein Recht von mir
Unter einem Dach zu schlafen
Aber gibt es so viele Dächer?
Wie es Rechte gibt?
Es ist mein Recht
Gerechtigkeit zu bekommen
Eingeladen zu werden
Nicht zu kommen
Einen guten Anzug zu tragen
Einen schlechten zu tragen
Geld auszuleihen
Mir einen Tritt in den Hintern geben zu lassen
Ihnen die Wahrheit zu sagen
Die Wahrheit zu hören
Vor allem hätte ich doch wohl noch das Recht
Zu leben. [c. 1927]
Eu gosto de ouvir enumerarem meus direitos
É meu direito
Ter o suficiente pra comer
(Tirar a comida de mim não é meu direito)
É um direito meu
Dormir sob um teto
Mas há tanto teto assim?
Tanto quanto há direitos?
É meu direito
Rocaber justica
Ser convidado
Não ir
Trajar um bom terno
Trajar um ruim
Pedir dinheiro emprestado
Deixar alguém me dar um chute no traseiro
Dizer a verdade a você
Ouvir a verdade
Queria ter, acima de tudo, ainda o direito
De viver.
Aber wenn sie meine Ansicht kennenlernen
wollen, meine Herren
Meine Herrn, das kenne ich alles
Das ist für uns ein Hohn
Liebe, Tugend, Gesundheit
Und das Dümmste der Himmelslohn
Ja Himmel, das ist schön gesagt
Da können Sie von mir einen Tritt haben
Die Frage ist, wer friẞt wen
Sonst wird weiter nichts gefragt
Ein Mensch muß eben Appetit haben
Und dann muß es ohne Mühe gehn [1927]
Mas se quiserem conhecer meu ponto
de vista, Senhores
Senhores, sei disso tudo
É um insulto para nós
Amor, saúde, virtude
E o Reino dos Céus, que tolice atroz
Sim, Céu, bonito falar
Mas mando vocês praquele lugar
A questão é quem devora
Quem, sem mais perguntas: ora
Tem que ter apetite a pessoa
Pra que tudo corra numa boa
Die Seeräuber-Jenny oder Träume eines Küchenmädchens
Meine Herrn, heute sehn Sie mich Gläser abwaschen
Und ich mache das Bett für jeden
Und Sie geben mir einen Penny und ich bedanke mich schnell
Und Sie sehen meine Lumpen und dies lumpige Hotel
Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.
Aber eines Abends wird ein Geschrei sein am Hafen.
Und man fragt: “Was ist das für ein Geschrei?”
Und man wird mich lächeln sehn bei meinen Gläsern
Und man sagt: “Was löchelt die dabei?”
Und ein Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird liegen am Kai.
Man sagt: “Geh, wisch deine Gläser, mein Kind”
Und man reicht mir den Penny hin
Und der Penny wird genommen und das Bett wird gemacht
Es wird keiner mehr drin schlafen in dieser Nacht
Und sie wissen immer noch nicht, wer ich bin.
Aber eines Abends wird ein Getös sein am Hafen
Und man frogt: “Was ist das für ein Getös”
Und man wird mich stehen sehn hinterm Fenster
Und man fragt: “Was lächelt die so bös?”
Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird beschießen die Stadt.
Meine Herren, da wird wohl ihr Lachen aufhörn
Denn die Mauern werden fallen hin
Und die Stadt wird gemacht dem Erdboden gleich
Nur ein lumpiges Hotel wird verschont von jedem Streich
Und man fragt: “Wer wohnt Besonderer darin?”
Und in dieser Nacht wird ein Geschrei um das Hotel sein
Und man fragt: “Warum wird das Hotel verschont?”
Und man wird mich sehen treten aus der Tür gen Morgen
Und man sagt: “Die hat darin gewohnt?”
Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird beflaggen den Mast.
Und es werden kommen Hundert gen Mittag an Land
Und werden in den Schatten treten
Und fangen einen jeglichen aus jeglicher Tür
Und legen in Ketten und bringen zu mir
Und fragen: “Welchen sollen wir töten?”
Und an diesem Mittag wird es still sein am Hafen
Wenn man fragt, wer wohl sterben muß
Und dann werden sie mich sagen hören: “Alle!”
Und wenn dann der Kopf fällt, sag ich: “Hoppla!”
Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird entschwinden mit mir. [1927]
Jenny Bucaneira ou Sonhos de uma ajudante de cozinha
Senhores, hoje vocês me veem lavando copos
E eu faço a cama de todo mundo
E vocês me dão um vintém e eu agradeço na hora
E vocês veem os meus trapos e este hotel imundo.
E vocês não sabem com quem jogam conversa fora.
Mas uma tarde vai ter gritaria no porto
E vão perguntar: “Essa gritaria quem faz?”
E vão me ver rindo enquanto lavo os copos
E vão dizer: “Mas do que ela ri ali atrás?”
E o navio com oito velas
E com cinquenta canhões
Atraca no cais.
Eles dizem: “Lava os teus copos, garota”
E me oferecem mais um vintém
E o vintém é aceito e a cama é arrumado
Mas nesta noite não vai dormir ninguém
E de mim eles ainda não sabem nada.
Mas uma tarde vai ter alvoroço no porto
E vão perguntar: “Mas o que é esse alvoroço?”
E vão me ver em pé, atrás das janelas
E vão perguntar: “Por que esse riso maldoso?”
E o navio com oito velas
E com cinquenta canhões
Arrasa a cidade.
Senhores, aí o riso de vocês se acabe
Porque as muralhas vieram ao chão
E desmoronado ficou a cidade
Só um imundo hotel escapa ons firos de conhão
E vão perguntor: “More all ume celebridade?”
E nesto noite voi ter gritario em voho do hotel
E vão perguntar, “Por que pouparam essa ruína?”
E vão me ver saindo do hotel pela manhã
E vão falar: “Era ali que morava a menina?”
E o navio com oito velas
E com cinquenta canhões
Desfroldo a bandeira.
E uns cem vão descer à terra ao meio-dia
E vão se esgueirar por entre as sombras
E aprisionar cada um de porta em porta
E vão trazer até mim ocorrentados
E vão perguntar: “Qual dessas gentinhas deve ser morto?”
E nesse meio-dia emudece o porto
Quando se pergunta quem deve ser morto
E então eles vão me ouvir dizendo: “Todos!”
E quando a cabeça cai, eu grito: “Hurra!”
E o navio com oito velas
E com cinquenta canhões
Zarpa comigo.
Die Ballade vom Nein und Ja
Einst glaubte ich, als ich noch unschuldig war
Und das war ich einst grad so wie du —
Vielleicht kommt auch zu mir einmal einer
Und dann muß ich wissen, was ich tu.
Und wenn er Geld hat, und wenn er nett ist
Und sein Kragen ist auch werktags rein
Und wenn er weiß, was sich bei einer Dame schickt
Dann sage ich ihm: Nein!
Da behält man seinen Kopf oben
Und man bleibt ganz allgemein.
Sicher scheint der Mond die ganze Nacht
Sicher wird das Boot am Ufer losgemacht
Ja, aber weiter kann nichts sein.
Ja, da kann man sich doch nicht nur hinlegen
Ja, da muß man kalt und herzlos sein
Ja, da könnte doch viel geschehen
Ach, da gibt's überhaupt nur: Nein!
Der erste, der kam, war ein Mann aus Kent
Der war, wie ein Mann sein soll.
Der zweite hatte drei Schiffe im Hafen
Und der dritte war nach mir toll.
Und als sie Geld hatten und als sie nett waren
Und ihr Kragen war auch werktags rein
Und als sie wußten, was sich bei einer Dame schickt
Da sagte ich ihnen: Nein.
Da behielt ich meinen Kopf oben
Und ich blieb ganz allgemein.
Sicher schien der Mond die ganze Nacht
Sicher ward das Boot am Ufer losgemacht
Ja, aber weiter konnte nichts sein.
Ja, da kann man sich doch nicht nur hinlegen,
ja, da mußt' ich kalt und herzlos sein.
Ja, da könnte doch viel geschehen
Aber da gibt's überhaupt nur: Nein!
Jedoch eines Tages, und der Tag war blau
Kam einer, der mich nicht bat
Und er hängte seinen Hut an den Nagel in meiner Kammer
Und ich wußte nicht was ich tat.
Und als er kein Geld hatte, und als er nicht nett war,
Und sein Kragen war auch am Sonntag nicht rein
Und als er nicht wußte, was sich bei einer Dame schickt
Zu ihm sagte ich nicht: Nein.
Da behielt ich meinen Kopf nicht oben
Und ich blieb nicht allgemein.
Ach, es schien der Mond die ganze Nacht
Und es ward das Boot am Ufer festgemacht
Und es konnte gar nicht anders sein.
Ja, da muß man sich doch einfach hinlegen
Ja, da kann man doch nicht kalt und herzlos sein.
Ach, da mußte soviel geschehen
Ja da gab's überhaupt kein Nein! [1927]
Balada do sim e não
Acreditava, quando eu era pura
Sim, isso eu fui assim como você —
Que se talvez também me viesse um
Teria que saber o que fazer.
Se ele é gentil e for cheio da grana
Conserva o colarinho branco na semana
Sabe tratar uma dama com educação
Então lhe digo: nãol
Depois espicho o colo
E sigo o protocolo.
É claro, a lua brilha a noite inteira.
É claro, o barco fica ali na beira.
Sim, porém não tem prorrogação.
Sim, não pode apenas se deitar
Sim, nada de abrir o coração
Sim, sabe-se lá o que vai rolar
Ah, aí só pode ser um: não!
O primeiro que veio era de Kent
Era tal qual um homem deve ser
O segundo possuia três navios
O terceiro gamou de enlouquecer.
E como são gentis, cheios da grana
Conservam o colarinho branco na semana
Sabem tratar uma dama com educação
Então lhes disse: não.
Espichei depois o colo
E segui o protocolo.
É claro, a lua brilha a noite inteira.
É claro, o barco fica ali na beira.
Sim, porém não tem prorrogação.
Sim, não pode apenas se deitar
Sim, nada de abrir o coração
Sim, sabe-se lá o que vai rolar
Ah, aí só pode ser um: não!
Mas um dia, e o dia estava azul
Veio um que nada me pedia
Pendurou seu chapéu num prego do meu quarto
E eu não sabia mais o que eu fazia.
Mas como é descortês e não tem grana
Seu colarinho é sujo até em fim-de-semana
Nunca tratou uma dama com educação
A ele, eu não disse: não.
Não espichei depois o colo
E nem segui o protocolo.
Ah, a lua brilhou a noite inteira
O barco ficou preso ali na beira.
Mas de outra forma não deu, não
Sim, aí basta apenas se deitar
Sim, aí tem que abrir o coração
Ah, aí tanta coisa vai rolar
Sim, aí não teve nenhum não!
700 Intellektuelle beten einen Öltank an
1
Ohne Einladung
Sind wir gekommen
700 (und viele sind noch unterwegs)
Überall her, wo kein Wind mehr weht
Von den Mühlen, die langsam mahlen, und
Von den Ofen, hinter denen es heißt
2
Daß kein Hund mehr vorkommt
Und haben dich gesehen
Plötzlich über Nacht
Öltank.
3
Gestern warst du noch nicht da
Aber heute
Bist nur du mehr.
4
Eilet herbei, alle!
Die ihr absägt den Ast, auf dem ihr sitzet
Werktätigel
Gott ist wiedergekommen
In Gestalt eines Öltanks.
5
Du Häßlicher
Du bist der Schönste!
Tue uns Gewalt anDu Sachlicher!
Lösche aus unser Ich!
Mache uns kollektivl
Denn nicht, wie wir wollen
Sondern wie du willst.
6
Du bist nicht gemacht aus Elfenbein
Und Ebenholz, sondern aus
Eisen.
Herrlich! Herrlich! Herrlich!
Du Unscheinbarer!
7
Du bist kein Unsichtbarer
Nicht unendlich bist dul
Sondern sieben Meter hoch.
In dir ist kein Geheimnis
Sondern Öl.
Und du verfährst mit uns
Nicht noch Gutdünken noch unerforschlich
Sondern nach Berechnung.
8
Was ist für dich ein Gras?
Du sitzest darauf.
Wo ehedem ein Gras war
Da sitzest jetzt Du, Oltank!
Und vor Dir ist ein Gefühl
Nichts.
9
Darum erhöre uns
Und erlöse uns von dem Übel des Geistes
Im Namen der Elektrifizierung
Des Fordschrift und der Statistik. [1927]
700 intelectuais rezam a um tanque de petróleo
1
Sem convite
Nós viemos
700 (e muitos estão ainda a caminho)
De todo lugar onde não venta mais
Dos moinhos que moem devagar, e
Dos fornos, atrás dos quais, se diz
Que nenhum cão aparece mais
2
E súbito avistamos você
À noite, tanque de
Petróleo.
3
Ontem você não estava ainda aí
Mas hoje
Só você é mais.
4
Depressa, venham todos!
Vocês que serram o galho em que estão sentados
Trabalhadores!
Deus voltou na forma de um
Tanque de petróleo.
5
Você, o feio
É o mais bonito!
Violente-nos
Você, tão objetivol
Apague o nosso eul
Torne-nos coletivos!
Seja feita: não a nossa
Mas a sua vontade.
6
Você não é feito de marfim
E ébano, mas de
Ferro.
Forte! Forte! Forte!
Você, imperceptivel!
7
Você não é nenhum invisível
E infinito você não é
Você tem sete metros de altura.
Em você não há mistério
Mas petróleo.
E você não nos trata
Com capricho ou despropósito
Mas com cálculo.
8
O que é para você a relva?
Você está sentado nela.
Onde antes havia relva
Lá está você, tanque de petróleo
E diante de você um sentimento é
Nada.
9
Por isso escute-nos
E livre-nos do mal do espírito
Em nome da fordificação
Do dieselvolvimento e da estatística.
SEALIM
221
Morgenchoral für Jedermann
Wach auf, du verrotteter Christ!
Mach dich an dein sündiges Leben
Zeig, was für ein Schurke du bist
Der Herr wird es dir dann schon geben.
Verkauf deinen Bruder, du Schuft!
Verschacher dein Ehweib, du Wicht!
Der Herrgott, für dich ist er Luft?
Er zeigt dir's beim jüngsten Gericht! [1928]
Coral matutino para um qualquer
Ei, cristão enferrujado, acordal
Gás na tua vida de pecado
Mostra a tua classe de calhorda
O teu troco, Deus já pôs de lado!
Vende o teu irmão, seu mau-caráter!
Vai, leiloa a esposa, sacripanta!
Achas que o Senhor apenas late
No Juízo Final, Ele te janta!
Grabschrift 1919
Die rote Rosa nun auch verschwand.
Wo sie liegt, ist unbekannt.
Weil sie den Armen die Wahrheit gesagt
Haben die Reichen sie aus der Welt gejagt. [1929]
Epitafio 1919
Rosa, a vermelha, se foi também.
Onde jaz, não sabe ninguém.
Falou a verdade aos pobres, por isso
Os ricos do mundo lhe deram sumiço.
BRECHT, Bertolt. 1898-1956. Poesia / Bertolt Brecht (Eugen Bertholt Friedrich Brecht);
300 poemas (edição bilíngue); fragmentos dos diários, anotações
autobiográficas, 20 textos sobre poesia; seleção, introdução &
tradução André Vallias; texto de 2a capa Augusto de Campos; e 3a capa
Lion Feuchtwanger (1928). – São Paulo: Perspectiva, 2019. – (Coleção Signos; 60 / dirigida por Augusto de Campos)